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Das Netzwerk Faromedia Creative Network mischt mit frischen Ideen die Newmedia-Branche auf.


Von Eva Maria Schmidt

MÜNCHEN - Was einigen angeschlagenen Internetdienstleistern heute als letzte Rettung erscheint, hat bei Faromedia, Def Design und SiteForce seit Jahren System: Sie konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen. Allerdings nicht als Einzelkämpfer. Die drei Newmedia-Agenturen packen diese in einem Agenturverbund zusammen und befriedigen damit unter dem Namen Faromedia Creative Network flexibel die Bedürfnisse ihrer Kunden. Anders als grosse Fullservice-Agenturen müssen sie dabei aber nicht den Ballast einer riesigen Verwaltung oder einen umfangreichen Stamm an festen Mitarbeitern finanzieren. "Wir sind drei unabhängige Unternehmen, stellen uns aber den Kunden gegenüber als Einheit auf und bilden damit im Grunde eine virtuelle Agentur", erklärt Faromedia-Geschäftsführer Markus Wiegand.

Das System funktioniert: Die Kundenliste des Netzwerks mit Namen wie BMW, Grundig, Infineon, Opel, oder Siemens Mobile und nicht zuletzt der 10. Platz im HORIZONT Ranking der kreativsten New-Mediaagenturen Deutschlands (HORIZONT 50/2002) sprechen für sich. Den Platz in den Top 10 des Kreativrankings hat sich das Faromedia Creative Network mit dem Gewinn des Deutschen Multimedia-Award 2002 und einem Best of Business-to-Business-Award gesichert. Beide Auszeichnungen gab es für eine CD-Rom für die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS).

Das Luft- und Raumfahrtunternehmen EADS ist der wichtigste Kunde des Agenturverbundes. Denn sein Auftrag löste die Initialzündung zur Gründung des Agenturnetzwerks aus: Faromedia musste sich mit entsprechend leistungsstarken Partnern aufstellen, als die Agentur zum Pitch für die Corporate CD Rom von EADS eingeladen wurde. So entstand das Multimedia Netzwerk aus der Formation Siteforce für den Programmierbereich, Def Design für die grafische Gestaltung und Umsetzung der Inhalte sowie Faromedia für Konzeption und Koordination des Auftrags. "Nur durch die Zusammenarbeit der drei Agenturen konnten wir alle Anforderungen erfüllen", sagt Wiegand. Gemeinsam decken die drei Netzwerk-Agenturen alle Newmedia-Disziplinen ab, von der CD-Rom über Terminal-Applikationen und Websites bis hin zu Animationen.

"Aber wir sind trotz Spezialisierung keine Fachidioten", lacht Wiegand. Tatsächlich haben die drei Firmenchefs eine gemeinsame Geschichte, die in Fullservice-Agenturen beginnt. Dort lernten sie sich kennen, arbeiteten zum Teil bereits vor zehn Jahren zusammen und entschieden sich Ende der 90er Jahre für den Ausstieg aus "einem solchen Bauchladen und die Gründung von Spezialagenturen", so Wiegand. Akquiriert wird getrennt. Erfordert es ein Projekt, schließen sich die Spezialisten zum Netzwerk zusammen.

Wie die Partner zusammenarbeiten, wird von einem Rahmenvertrag geregelt, der auch das Auftreten gegenüber dem Kunden definiert. Dabei fungiert Wiegand als zentraler Ansprechpartner für den Kunden. "Wir arbeiten nach dem Prinzip ‚One face to the customer'. Das erfordert vom Kunden zwar einen gewissen Vertrauensvorschuss. Der wurde aber bislang nie enttäuscht" erklärt der Faromedia-Chef. Bestehe Bedarf, sei es aber kein Problem, auch mit den einzelnen Abteilungen zu kommunizieren, so Wiegand: Dann setzen wir uns mit Kreation, Technik, Konzeption und den Kunden an einen Tisch".

Das der Tisch ja nach Agentur in anderen Räumlichkeiten steht, ist nach Ansicht von Wiegand kein Problem: "So bewahrt sich jeder seinen eigenen Stil. Ausserdem liegen unsere Büros sehr nah beieinander", meint er: "Und jeder fühlt sich mit der aktuellen Lösung wohl."


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